Von der Höhlenmalerei zum Mobile First Index_inara schreibt

Autorin: Julia Baransky

Von Höhlenmalereien bis zur mobilen Datenansicht war es ein langer Weg. Damals mussten sich unsere Vorfahren noch nicht mit Google Updates und neuer Technik herumschlagen. Es wird wohl eher die Problemstellung der haltbaren Farbe und der perfekten Mal- und Meißelwerkzeuge gewesen sein, der sich die Redakteure der Steinzeit annehmen mussten, damit die Botschaften lange erhalten blieben.

Nachhaltige Datenvermittlung ist auch heute noch ein Thema. Allerdings müssen wir uns anderer Lösungen bedienen, damit Informationen nachhaltig im Web gefunden werden. Das mobile SEO nimmt dabei einen wichtigen Stellenwert ein, denn die mobile Ansicht deiner Seite gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ab März 2021 werden alle Seiten nach und nach auf den Mobile-First-Index umgezogen. Das heißt auch Seiten, die rein für Desktops optimiert sind. 

Dieser Umzug resultiert vor allem aus dem Verhalten der Suchmaschinennutzer, also auch deiner potenziellen Kunden. Für diese solltest du deine Seite unbedingt anpassen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Im Folgenden geht es um die wichtigsten Parameter, die du bei der Optimierung berücksichtigen solltest, damit deine mobilen Kunden auch den letzten Schritt der Customer Journey gehen. Deswegen zeigen wir dir, wie der optimale Content für mobile Endgeräte aussieht und wie du die visuelle Darstellung verbessern kannst, um deine Conversion Rate zu steigern.

Was bedeutet mobile only für meine Desktop-Seite?

Auch die beliebteste Suchmaschine, Google, hat sich über die Jahre hinweg entwickelt. Rückblickend wirken manche SEO-Praktiken beinahe steinzeitlich.

In der Zeit vom Ende der 90er bis heute haben so manche Googlebots das Netz nach Informationen durchforstet. Googlebots bzw. Crawler füttern den Index mit Informationen über die Webseiten im World Wide Web.  Mit der Umstellung auf den Mobile-First-Index ab März, kommen nur noch die mobilen bots (Smartphone-Agents) auf deine Seite, ob der Desktop-Auftritt optimiert ist oder nicht.

Es hält sich das Gerücht, dass Seiten, die nicht auf die mobile Version angepasst wurden, aus dem Index geworfen werden. So drastisch ist der Umbruch nicht. Es kann jedoch passieren, dass deine Seite als weniger relevant eingestuft wird, denn der Smartphone-Agent sieht deine Webseite so wie ein mobiler Nutzer sie sehen würde. Ist deine Seite nicht optimiert, kann es zu Darstellungsproblemen kommen und wichtige Inhalte werden nicht ausgelesen. Daher kann es sein, dass dein Internet-Auftritt an Sichtbarkeit verliert.

Durch das Responsive Design, auf welches Shopify setzt, umgehst du dieses Problem und musst gegebenenfalls nur Kleinigkeiten anpassen, aber dazu kommen wir später. Zunächst solltest du dir deine Seite genau anschauen und anhand dieser Analyse eine Strategie entwickeln.

So kannst du die mobile Leistung deiner Seite überprüfen

Bevor du dich an die Überarbeitung deiner Seite machst, ist es sinnvoll, den Ist-Zustand auszuwerten. Dazu kannst du zum einen die Google Search Console nutzen, zum anderen das Mobile-Friendly-Test-Tool von Google. Neben der Nutzung all dieser Tools ist es wichtig, dass du dir angewöhnst, deine Website regelmäßig selbst mit dem Smartphone anzusurfen. So bekommst du einen besseren Eindruck über die Nutzerfreundlichkeit deiner Seite.

Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten mit der Search Console überprüfen

In deiner Search Console findest du im Menü den Punkt Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten. Hier zeigt dir die GSC an, welche Seiten optimiert sind und auf welchen es noch Nachholbedarf gibt. Dort wird zum Beispiel ausgewertet, ob Klickelemente wie Buttons zu nah beieinander stehen und ob alle Inhalte auch in der mobilen Ansicht verfügbar sind.

Google Search Console: Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten_inara schreibt

Die GSC gibt dir Auskunft über individuelle Probleme deiner Website

Lesetipp: Wie Google Search Console und Shopify dir zum Erfolg verhelfen.

Außerdem kannst du deine Seite ganz einfach mit dem Mobile-Friendly-Test-Tool von Google überprüfen. Gib einfach die URL deines Webauftritts in die Suchmaske ein und du bekommst eine umfassende Analyse mit den Problemen deiner Seite ausgespielt.

Mobile Friendly Test Tool_inara schreibt

Googles Test Tool liefert dir schnelle Ergebnisse, um deine Seite für Mobilgeräte zu optimieren

Nutze diese mobile-freundlichen Tipps für mehr Conversion

Mit der Erfassung des Ist-Zustands deiner Seite haben sich sicher schon einige Punkte auf deiner To-do-Liste angesammelt, die du in Zukunft verbessern wirst. Die folgenden Tipps sollen deine Liste ergänzen, damit du für alle Eventualitäten gewappnet bist.

Strukturierte Daten helfen Suchmaschinen und Nutzer:innen, die Daten deiner Seite zu verarbeiten

Strukturierte Daten helfen der Suchmaschine, bestimmte Inhalte deiner Seite kompakt in den Suchergebnissen auszulesen und darzustellen. So kannst du zum Beispiel Fragen, die häufig gestellt werden, direkt in den SERPs sichtbar machen.

FAQs in den SERPs

FAQs in den SERPs

Oder du versiehst deine Produkte direkt mit Preisen:

Preise in den SERPs_inara schreibt

So findet der Nutzer alle Informationen in den Suchergebnissen und diejenigen, die echtes Kaufinteresse haben, steuern gleich deine Seite an.

Mobile Nutzer verwenden außerdem häufiger die Voice Search über Alexa und Co. Durch strukturierte Daten kann die Suchmaschine ihnen so die besten Ergebnisse für ihre Anfrage bieten.

Du musst nicht coden können, um deine Seite durch strukturierte Daten upzugraden. Mit der JSON-LD App kannst du sie ganz einfach darstellen.

Setze auf Responsive Design

Responsive Design bedeutet, dass sich dein Theme automatisch auf die Format-Ansprüche des jeweiligen Endgerätes einstellt, ohne dabei eine weitere URL zu nutzen, wie zum Beispiel die bekannten mdot-Seiten.

Ein Hoch auf Shopify: Die meisten der Shopify-Themes sind responsive – achte bei der Auswahl auf jeden Fall darauf, dass dies auch auf dein aktuelles Theme zutrifft und überprüfe, wie dein Theme auf verschiedenen Endgeräten ausgespielt wird.

Dein Content: mobile-optimiert 

  1. Inhalte für Mobile- und Desktopseiten
    Nutzt du jeweils eine Seite für mobile und eine für die Desktop-Darstellung, achte unbedingt darauf, dass die Inhalte auf beiden Seiten gleich sind. Inhalte, die auf der Desktopversion zu finden sind, aber nicht mobil, werden nicht in den Mobile-First-Index aufgenommen. Konzentriere dich vor allem auf deine mobile Seite, da Google diese Inhalte maßgeblich dafür nutzt, um den Index zu füttern.

  2. Bediene dich des mid-tail-Keywords
    Wir bekennen uns hiermit als Fans des mid-tail-Keywords. Der aus zwei bis drei Wörtern bestehende Suchbegriff zieht qualitativ hochwertigen Traffic auf deine Seite und wird laut einer Studie von SISTRIX häufiger in die mobile Suchmaske eingetippt.

    Lesetipp: Mobile First: Daten & Fakten der mobilen SERPs erhoben von SISTRIX.

    Ein weiterer Vorteil von mid- und long-tail-Keywords ist, dass Nutzer:innen schon eine ziemlich spezifische Vorstellung haben, wonach sie suchen und dementsprechend präzisere Suchanfragen stellen. Suchst du zum Beispiel nach einer rot karierten Hose, gibst du genau diese Schlagworte in die Suchmaske ein: rot karierte hose (damen / herren). Arbeite deswegen mit Keywords, die dein Produkt oder deine Informationsseite so präzise wie möglich beschreiben, um die richtigen Nuter:innen auf deine Seite zu ziehen.

    Habe außerdem die Voice Search im Hinterkopf. Die gesprochenen Suchbegriffe unterscheiden sich noch einmal von den geschriebenen. In der Sprachsuche arbeiten Nutzer:innen oft mit Fragen und ganzen Sätzen.

    “Alexa, wie wird das Wetter heute?” oder “Cortana, ich möchte Stricken lernen”

  3. Strukturiere die Inhalte visuell
    Ein langer Text ohne Absätze, Bilder und mit Bandwurmsätzen ist vor allem auf dem Smartphone schwer zu lesen. Beim Verfassen von komplexen Blogbeiträgen oder Infoseiten solltest du daher regelmäßig Absätze einbauen. Beende Sätze nach spätestens zwei Zeilen mit einem Punkt.

    Außerdem helfen auch Zwischenüberschriften den Nutzer:innen und Suchmaschinen dabei, die Inhalte strukturiert aufzunehmen. Mit Bildern kannst du das Gesagte untermauern.

    Diese visuellen Inhalte solltest du für die mobile Optimierung auf dem Schirm haben

  4. Button Abstand
    Hast du schon mal am Smartphone auf einer Website recherchiert und den falschen Button angeklickt, weil deine Finger in Relation zum Button ziemlich groß waren? Keine Sorge: Du hast keine Wurstfinger, der Button ist einfach zu klein. Um deinen Nutzer:innen unnötige Zoomarbeit und frustrierende Verklicker zu ersparen, passe die Größe deiner Buttons und vor allem den Abstand zwischen den verschiedenen Klickelementen an.

  5. Bilder optimieren
    Bilder steigern die Lesbarkeit von Beiträgern und helfen den Nutzern, Informationen visuell zu erfassen. Ist deine Website allerdings nur für Desktops optimiert, kann es passieren, dass die Bilder abgeschnitten oder verzerrt dargestellt werden. Im ungünstigsten Fall gibt es Probleme beim Rendering und die Inhalte werden ausgeblendet.

    Dies kann zur Folge haben, dass diese Inhalte nicht in den Suchergebnissen angezeigt werden, weil der Smartphone-Agent diesen nicht auslesen kann.

    Überprüfe deswegen deine Seite regelmäßig mit deinem Smartphone und der GSC auf Darstellungsprobleme.

  6. Bildgröße & Format auf die mobile Darstellung anpassen

    Bilder wirken sich im Schnitt am meisten auf die Ladezeit deiner Seite aus. Bei der Optimierung ist es ratsam, eine spezifische Routine zu entwickeln, damit sich der Einsatz von Bildern nicht negativ auf die Ladezeit deiner Website auswirkt:
  • Lade Bilder in den Formaten JPG oder PNG hoch 
  • Die lange Seite aller Bilder auf 1920 Pixel einstellen, so werden sie optimal für Desktop- und mobile Darstellung angezeigt
  • Die Auflösung sollte 144 dpi nicht übersteigen
  • Die Dateigröße sollte um die 150 KB betragen

7. Dateiname und Alternativtext einfügen
Bilder helfen deinen potenziellen Kunden, Informationen besser zu verarbeiten. Auch wenn Google  immer cleverer wird, kann es nicht immer genau erkennen, was auf dem Bild zu sehen ist und braucht deine Hilfe. Deswegen ist es wichtig, sowohl einen passenden Dateinamen zu verwenden, als auch einen Alt-Tag zu setzen. In diesem  kannst du wichtige Keywords platzieren, die aber unbedingt zum Bild passen sollten. Außerdem sollten sich die Metadaten für die Bilder auf Mobil und Desktop auf keinen Fall unterscheiden.

Lesetipp: Wie Bilder auf deinem Blog dir helfen besser zu ranken.

Kontrolle deiner Optimierungsarbeit

Fokussiere dich bei der Erstellung deiner Website auf den mobilen Nutzer_inara schreibt

Vergiss nicht für wen du deine Seite optimierst.

Du bastelst schon seit Stunden an der mobilen Ansicht deiner Website? Dann ist es langsam Zeit, deine Arbeit zu überprüfen und zu sehen, ob sie Früchte getragen hat. Dazu kannst du deine Website mit den oben genannten Tools, wie deiner Search Console, prüfen. 

Am einfachsten schnappst du aber deinen Laptop, Tablet und Smartphone und surfst die optimierten Seiten regelmäßig mit den unterschiedlichen Geräten an. Viel zu oft kommt es vor, dass wir unsere Website nur über den Desktop sehen und selten die mobile Ansicht nutzen. Klicke auf eingebaute Buttons und habe die gefühlte Ladezeit im Auge. Wärst du auf einer anderen Website dazu bereit, genauso lange auf das Laden der Seite zu warten?

Mobile first, Desktop second

Für die Suchmaschine gilt diese Devise schon seit einiger Zeit, aus der Sistrix-Studie lesen wir heraus, dass in Deutschland zwar noch häufig am PC gesurft wird, in Ländern wie den USA oder China die mobile Suche die Desktop-Suche aber bereits enorm übersteigt. Dieser Trend ist auch in Deutschland zu sehen. In den letzten Jahren erfährt das mobile Surfverhalten auch hier an mehr Aufschwung.

Sei also gewappnet und denke an deine Kunden. Mache ihnen die Bedienung deiner Seite auch mobil so einfach wie möglich und behalte die Ladezeit im Blick. So eine Entwicklung braucht Zeit – bis wir von der Datenbereitstellung durch Höhlenmalerei bis zum World Wide Web gekommen sind, sind schließlich auch mehr als 45.500 Jahre vergangen.

Titelbild von Don Pinnock. Weiteres Bild von Ben Kolde.

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