Frau, die Peace-Zeichen zeigt – inara-schreibt.de

Autorin: Inés Gand

Du verkaufst Handyhüllen oder Taschen mit mehreren Varianten. Die Beschreibungen für die Produktseiten sind im Grunde gleich und so stehst du vor dem Dilemma: doppelter Content oder immer wieder einzigartige Beschreibungen für ein und dasselbe Produkt in einer anderen Farbe. Die Lösung für dieses Problem verbirgt sich hinter Canonical Tags. 

Bei „Kanon“ denkst du vielleicht als Allererstes an schrille Kirchengesänge. Wir können dir versichern, damit haben Canonical Tags rein gar nichts zu tun. Deine Ohren bleiben also verschont, deinen Kopf musst du allerdings schon ein bisschen anstrengen, wenn es darum geht, Canonical Tags zu verstehen und richtig anzuwenden. 

Das Wort „kanonisch“ kommt aus dem Lateinischen canonicus und bedeutet „regelgerecht“ oder „den Regeln entsprechend.“ Und genau darum geht es auch bei kanonischen URLs. Du hilfst Google zu erkennen, welche Seite das Original ist und sorgst so für ein besseres Suchmaschinen-Ranking.

Wir erklären dir im Folgenden genauer, was Canonical Tags sind, warum sie für deine SEO unverzichtbar sind und wie du sie richtig anwendest, damit Google ab jetzt immer weiß, welche Seite die Richtige ist. 

Was sind Canonical Tags?

Ein Canonical Tag oder auch Canonical URL genannt, bezieht sich auf ein HTML-Linkelement mit dem Attribut rel = "canonical". Dieses befindet sich in dem Header deines Shopify Shops und gibt Suchmaschinen die bevorzugte URL an. Dies bewirkt Folgendes: Einerseits informiert das kanonische URL-Element Google und andere Suchmaschinen über das Crawlen einer Website. Andererseits gibt es an, unter welcher URL der Inhalt dieser bestimmten Seite indiziert werden soll. Dies ist wichtig, um Probleme mit Duplicate Content zu vermeiden. Dieser liegt vor, wenn mehrere Seiten mit unterschiedlichenURLs ähnliche oder sogar identische Inhalte aufweisen. 

Durch Canonical Tags verhinderst du Duplicate Content

Vielleicht denkst du dir jetzt: „Aber es ist doch logisch, dass ich keine doppelten Inhalte für meine Webseite erstelle.“ Klar, aber Duplicate Content kann auch entstehen ohne, dass es dir als Betreiber überhaupt bewusst ist. Zum Beispiel, wenn deine Webseite über mehrere Versionen / URLs mit oder ohne „www“, „http“ als auch „https“ abgerufen werden kann.

Hierzu ein Beispiel:

  • inara-schreibt.de 
  • www.inara-schreibt.de
  • http://inara-schreibt.de 
  • https://m.inara-schreibt.de 

Jede dieser URLs bezieht sich auf denselben Inhalt, nämlich die Startseite von inara-schreibt. Die Suchmaschine weiß in diesem Fall allerdings nicht, welche Seite die Originalquelle ist und wählt deshalb möglicherweise eine kanonische URL algorithmisch aus.

Einfach ausgedrückt, falls du einen Shop hast, auf den Besucher über mehrere URLs zugreifen können, solltest du der Suchmaschine einen Hinweis darauf geben, welche URL für die entsprechende Seite wegweisend, also kanonisch, ist.

Das Schöne an Canonical Tags ist, dass der Aufwand solch einen zu setzen, minimal ist und dennoch große Auswirkung auf die Performance deines Shops hat. Nicht nur verhinderst du dadurch Duplicate Content, sondern kannst auch selbst entscheiden, welche URL in den Suchergebnissen angezeigt wird.

Du entscheidest, welchen Link User sehen

Falls du möchtest, dass Besucher durch deine URL direkt informiert sind, um welches Produkt oder welchen Beitrag es sich handelt, solltest du sie so konkret aber auch kurz wie möglich formulieren. 

Ein Beispiel dazu: 

https://www.inara-schreibt.de/blog/seo-tipps

ist wesentlich aussagekräftiger als:

https://www.inara-schreibt.de/blog/74943853


Canonical URLs schützen dich vor Inhaltsdiebstahl

Stoppschild – inara-schreibt.deCanonical Links können deinen Content vor Diebstahl schützen.

In erster Linie dienen Canonical Links dazu, doppelte Inhalte zu vermeiden, um sich so besser im Suchmaschinen-Ranking zu positionieren. Eine andere, nicht unwichtige Verwendung, ist der Schutz vor Inhaltsdiebstahl. Webseiten optisch und inhaltlich ansprechend aufzubauen ist zeitintensiv und oft kostspielig. Aus diesem Grund passiert es tagtäglich, dass Inhalte dupliziert – oder genauer ausgedrückt – gestohlen werden.

Die Verwendung kanonischer URLs wird dich nicht vor allen Möglichkeiten des Inhaltsdiebstahls schützen, aber sie reduziert die Auswirkungen des automatischen Diebstahls durch Roboter. Da diese sehr einfach gestrickt sind, kopieren sie den gesamten HTML-Code deiner Seite und damit auch die kanonische URL in ihre eigene Website. Auf diese Weise wird Google explizit angewiesen, die kopierte Seite nicht zu berücksichtigen und das Original, also deine Seite, weiter zu indexieren. 

Lesetipp: Die 4 häufigsten Shopify SEO-Fehler und ihre Lösungen.

Nun weißt du, welche Vorteile Canonical Links haben, nicht nur für deine SEO, sondern auch für die Sicherheit deiner Inhalte. Es bleibt also die spannende Frage, wie solche Links überhaupt richtig eingesetzt werden. 

So verwendest du Canonical Links richtig

Vielleicht klingt der Begriff „kanonische Links“ oder die Idee dahinter immer noch abstrakt für dich, vor allem, wenn du in deiner täglichen Arbeit nicht viel mit IT zu tun hast. Deshalb wollen wir dir ein praktisches Beispiel geben:

Im <head> einer Seite wird der Canonical Link eingefügt. Wenn zum Beispiel die Seiten

https://www.shopifyshop.com/t-shirt.html

und

https://www.shopifyshop.com/t-shirt/gruen.html

exakt denselben Inhalt aufweisen, muss von der zweiten auf die erste verwiesen werden. Auf der zweiten Seite wird dann also folgender Link eingesetzt:

<link rel="canonical" href="https://www.shopifyshop.com/t-shirt.html " />

Wichtig bei der Verwendung von Canonical Tags: beide Seiten müssen den gleichen Inhalt haben. Das bedeutet, dass Bilder, Texte und Farben größtenteils identisch sein sollten. Stimmen die Seiten lediglich thematisch überein, kann dies dazu führen, dass der Link von der Suchmaschine nicht beachtet wird. Im schlimmsten Fall kann der falsche Einsatz von Canonical Links dazu führen, dass Google alle Links deiner Seite mit diesem Tag ignoriert und nicht mehr in der Suchmaschine ausspielt. Außerdem solltest du auf keinen Fall mehrere Canonical Links auf eine Seite setzen, auch dann straft Google dich ab. 

Bei nicht identischen Seiten kannst du dafür eine 301-Umleitung nutzen. Warum dies nicht dasselbe wie eine kanonische URL ist, auch wenn sie ähnliche Funktionen erfüllen, erklären wir nun. 

Warum kann ich nicht einfach eine 301-Umleitung nutzen?

Wenn man Google fragt, erfüllen kanonische URLs und die 301-Umleitung fast dieselbe Rolle. Sie weisen beide an, dass eine Seite zugunsten der anderen ignoriert wird. Dies hat zur Folge, dass die ignorierte Seite nicht indexiert ist und somit die Popularität der Originalseite höher ist. 

Die 301-Umleitung leitet sowohl Suchmaschinen als auch Nutzer von der alten Seite auf die neue um, das bemerkt der Besucher natürlich. Die kanonische URL hingegen spricht nur die Suchmaschinen an. Das bedeutet, wenn du anstelle von Weiterleitungen kanonische URLs verwendest, wird der Nutzer nicht umgeleitet.

301 Redirects solltest du lediglich verwenden, wenn eine Seite nicht mehr existiert und auf eine neue URL umgeleitet werden muss, jedoch nicht bei zwei (fast) identischen Seiten.

Nutze Canonical URLS für eine bessere SEO und schütze deine Inhalte

Falls du dich mit HTML bereits auskennst, ist es für dich ein Leichtes, kanonische Links einzusetzen. Darauf solltest du nicht verzichten, denn diese einfachen Regeln weisen Google den Weg bei identischen Inhalten. Somit verbessern sie deine SEO und sorgen ganz nebenbei noch dafür, dass du vor Inhaltsdiebstahl durch Roboter geschützt bist. 

Hattest du für 2021 vielleicht den Vorsatz, endlich an deiner SEO zu arbeiten? In unserem Artikel Mit 5 SEO Growth Hacks zur Nummer Eins der Google Suche findest du weitere Tipps, die dich nach vorn bringen.


Titelbild von Priscilla du Preez. Weitere Bilder von Luke van Zyl

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